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Info: Übersicht Doping-News 2008 auf LiVE-Radsport.ch | Doping-Forum

Weitere Radfahrer unter Doping-Verdacht


Der Radsport kommt einfach nicht zur Ruhe. Im Doping-Skandal um den spanischen Mediziner Eufemianu Fuentes stehen nach Informationen der „La Gazzetta dello Sport“ weitere 49 Rennfahrer unter Dopingverdacht. Doch auch die jüngsten Vorwürfe des ehemaligen Masseurs Jef d’Hont vom Team Telekom sorgen für mächtig Wirbel.

Die „La Gazzetta dello Sport“ meldete am Montag in ihrer Online-Ausgabe, dass nach den Ermittlungen in Spanien neben den bisher bekannten 58 mutmaßlichen Kunden des Dopingrings insgesamt 107 Profis verwickelt sind. Das gehe aus zusätzlichen Ermittlungsakten der spanischen Behörden von 6000 Seiten hervor. Diese Dossiers sollen sich laut der Gazzetta bereits im Besitz der UCI-Juristen befinden. Zur Identität der Fahrer wurden keine Angaben gemacht.

Es sollen sich aber weitere prominente Namen aus verschiedenen Ländern darunter befinden, hieß es nur. Bislang war man von lediglich 500 Seiten Akten ausgegangen. Die Zeitung spekuliert, dass sich nun eine weitere Untersuchung der spanischen Behörden abzuzeichnen scheint.

Die spanische Polizei hatte im Mai des Vorjahres im Rahmen der „Operacion Puerto“ Hauptverdächtige verhaftet. Im Zentrum des Dopingrings stand der frühere Kelme- und ONCE-Teamarzt Fuentes. Bei dem Mediziner hatte die Guardia Civil große Mengen an Dopingmitteln (EPO, Anabolika, Wachstumshormone) sowie 223 eingefrorene Blutkonserven entdeckt, die zu Blutdoping benutzt wurden.

Bisher wurde lediglich Jan Ullrich als Kunde von Fuentes identifiziert. Ein DNA-Test der Bonner Staatsanwaltschaft hatte ergeben, dass die bei Fuentes unter dem Codenamen „Jan“ gelagert Blutbeutel von Ullrich stammen. Der Toursieger von 1997, der inzwischen seine Karriere beendet hat, streitet aber weiterhin Doping ab.

Der Doping-Bekämpfer Werner Franke stellte währenddessen Strafanzeige gegen die von D'Hont beschuldigten Freiburger Ärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid. Das Freiburger Universitätsklinikum wiederum lässt die Anschuldigungen gegen seine beiden Radsport-Ärzte durch eine externe Gutachterkommission prüfen. D’Hont hatte im Vorabdruck seines Buches behauptet, die Team-Ärzte der Uni-Klinik Freiburg hätten Profis des damaligen Team Telekom das Blutdoping-Mittel EPO gespritzt.
In einer Pressemitteilung der Uni-Klinik Freiburg vom Montag heißt es: „Mit großer Betroffenheit hat die Leitung des Universitätsklinikums Freiburg den Spiegel-Aufmacher mit den gravierenden Dopingvorwürfen des belgischen ehemaligen Masseurs Jef d’Hont aus dem Team Telekom zur Kenntnis genommen.“ Der Vorstand der Klinik weise die massiven Anschuldigungen, „die bisher so nie erhoben worden sind, entschieden zurück“, hieß es weiter.

Der Heidelberger Professor für Molekularbiologie Franke zeigt die beiden Team-Ärzte wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz, Rezeptbetrug und Beihilfe zur Körperverletzung an. „Die Post geht noch heute zur Staatsanwaltschaft Freiburg“, sagte Franke. „Ich gehe davon aus, dass Herr d’Hont vor einem Richter aussagen will.“
(Quelle: stol.it)







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