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Info: Übersicht Doping-News 2008 auf LiVE-Radsport.ch | Doping-Forum

Auch Erik Zabel und Rolf Aldag gestehen Dopinggebrauch


Die Dopingbekenntnisse im Radsport gehen weiter. Am Donnerstag bekannten sich der noch aktive Erik Zabel und sein ehemaliger Mannschaftsgefährte beim Team Telekom, Rolf Aldag, öffentlich zum Gebrauch von EPO. Einen Tag vorher hatten bereits ihre ehemaligen Telekom-Weggefährten Bernd Dietz, Christian Henn und Udo Bölts die Einnahme von EPO gestanden.

Erik Zabel brach bei der Pressekonferenz in Bonn bei seinem Geständnis in Tränen aus. „Ich habe vor der Tour de France 1996 EPO eingenommen“, sagte Zabel mit gebrochener Stimme. „Ich habe gedopt, weil es damals ging.“ Zabel ist der erste aktive Radfahrer, der sich als Dopingsünder outet.

In die gleiche Kerbe schlug Rolf Aldag: „Ich habe in der Annahme gedopt, dass man es mir nicht nachweisen kann.“ Beide entschuldigten sich für ihre Lügen in den letzten Jahren.

Erik Zabels Zukunft ist jetzt ungewiss: "Mein Geständnis ist auch für mein Team Milram neu. Ich habe aus dem Bauch heraus entschieden." Auch einen Rücktritt schloss Zabel nicht aus: "Unter diesen Umständen macht es für mich keinen Sinn mehr." Zabel hatte zugegeben, eine Woche lang 1996 zu EPO gegriffen zu haben. Dann habe er aber mit der "Kur" aufgehört, da sich die Nebenwirkungen der Behandlung negativ auf ihn ausgewirkt habe. "Das ändert aber nichts daran, dass ich betrogen habe. Für mich macht es keinen Unterschied, ob jemand einmal oder über einen längeren Zeitraum gedopt hat."

Unweigerlich kam auch der Name Jan Ullrich bei der Pressekonferenz zur Sprache. Der ehemalige Tour de France-Sieger war jahrelang Kapitän des Telekom-Teams und bestreitet bis heute alle Dopingvorwürfe. Rolf Aldag dazu: "Ich kann zu Jan Ullrich nichts sagen, weil ich nichts darüber weiß."

Die Deutsche Telekom wird trotz der zahlreichen Doping-Geständnisse nicht aus dem Sponsoring aussteigen. „Wir bleiben drin“, sagte Konzernsprecher Philipp Schindera. Das Engagement sei derzeit zwar nicht Image fördernd, erklärte der Leiter der T-Mobile-Sportkommunikation, Christian Frommert. Dennoch habe sich T-Mobile für ein Weitermachen entschieden. Allerdings müsse der Weg der Aufklärung weiter gegangen werden. Denn: „Die Welt des Radsports ist nicht in Ordnung.“

Am Mittwoch hatten die Freiburger Sportmediziner Andreas Schmid und Lothar Heinrich erstmals zugegeben, jahrelang Doping-Praktiken im Bonner Radrennstall Telekom und im Nachfolgeteam T-Mobile unterstützt zu haben. Ihr überraschendes Geständnis gaben die beiden Radsportärzte am Mittwochabend in getrennten persönlichen Erklärungen ab.

„Ich räume ein, seit Mitte der 90er Jahre das Doping einzelner Radprofis unterstützt zu haben“, erklärte Prof. Andreas Schmid. „Ich habe den Radsportlern auf Anforderung Dopingsubstanzen, insbesondere EPO, zugänglich gemacht.“ Er habe Dopingmittel aber „niemals einem Sportler ohne dessen Wissen oder gar gegen seinen Willen“ verabreicht. Schmid erwägt, seine Tätigkeit als Sportarzt der Uni- Klinik Freiburg zu beenden.

Sein Freiburger Kollege Lothar Heinrich räumte in einer siebenzeiligen Mitteilung ebenfalls ein, „in meiner Funktion als Sportmediziner an Doping von Radsportlern mitgewirkt zu haben“. Er bedauere diese ärztlichen Verfehlungen. (STOL)



Erik Zabel

    ausdrucken    per Email versenden    bearbeiten 24.05.2007
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